Der Bayer Sensor is'n Sch ...
Teil 2 - Die Sache mit der Auflösung
Das menschliche Auge besitzt ca. 125 Millionen monochromatische Stäbchen und 7 Millionen farbempfindliche Zapfen die über eine knappe Million Ganglienzellen verschaltet in den Sehnerv münden. Vereinfacht gesagt besitzt der Mensch einen lichtempfindlichen Sensor von ca. einem Megapixel, mit einem zum Zentrum des Fokus zunehmenden Auflösungsvermögen.
Auf der Gegenseite befindet sich beim geöffneten Auge üblicherweise ein zu betrachtendes Objekt (Bild), das sukzessive ‚abgetastet’ und dabei in Gänze erfasst wird. Abhängig von der jeweiligen Entfernung und Detailstruktur dieses Bildes entsteht der Schärfeeindruck der jeweiligen Darstellung. Nun haben sich in der Praxis gewisse Erfahrungswerte etabliert, welche Auflösung ein Bild haben sollte, um für einen bestimmten Einsatzzweck einen hinreichenden Schärfeeindruck zu vermitteln. So reicht bei einem Flachbildfernseher mit einer Bilddiagonalen von 42 Zoll (1,07m) eine Auflösung von knapp 1,8 Megapixel um im Abstand von 3-4 Meter als sehr scharf empfunden zu werden. Wobei die heute gebräuchlichen LCD-Displays mit jedem Bildpunkt das gesamte verfügbare Farb- und Helligkeitsspektrum abbilden können. Bei geringerem Abstand sieht dies schon anders aus, und so würde man die einzelnen Bildpunkte eines Fotos oder Ausdrucks mit vergleichbarer Auflösung an der Wand einer Ausstellung deutlich erkennen und vermutlich auch bei noch so schönem Motiv nicht kaufen wollen.
Reichen für ‚normale Anforderungen’ (150 dpi) bei einem Posterdruck von 84 x 59 cm zum Beispiel für ein Bild über dem Sofa oder dem Ehebett 15-18 Megapixel noch aus, so werden bei einem Kunstdruck (300 dpi) gleicher Größe, bei dem der Betrachter schon mal bis auf wenige cm mit der Nase vor das Bild tritt satte 70 Megapixel für eine einigermaßen pixelfreie Darstellung nötig.
„Was will der Typ denn ?“ werden Sie sich jetzt vielleicht fragen. „Meine Super-Vollformat-Spiegelreflex hat doch 24 Megapixel – das reicht doch locker für den Hausgebrauch !“
Naja. Leider stimmt die Rechnung so nicht ganz. Ihre Kamera mag 24 MP auflösen, aber nur Hell-Dunkel (vgl. ‚Stäbchen’) und aus je vier Pixeln (!) werden dann die Informationen zu einem Farbpunkt zusammengefasst und eine berechnete die Farbinformation auf Grund der nebenstehenden Farbpunkte auf die einzelnen Pixel der Zieldatei verteilt. Das Ergebnis wird also zumindest an Stellen von Farbübergängen nie vollständig mit der Realität übereinstimmen.

(Graphics under Public Domain from Wikymedia Commons)
Dummerweise neigt der Bayer-Sensor aber auch noch zum sogenannten Moiré-Effekt. Vermieden wird dieser durch das wundersame ‚Tiefpassfilter’ – in Wahrheit nichts anderes als ein über den Sensor gelegter Streufilter, der vor der Linse auch als Weichzeichner bekannt ist und das physikalische Auflösungsvermögen maßgeblich reduziert. Damit nicht alle Bilder wie Hamilton aussehen, wird bei der Weiterverarbeitung ins Zielformat ein wenig nachgeschäft. Das Ergebnis sind aber immer irgendwie 'weichere' Kanten.
Ach ja - die liebe 'Fachpresse'. Dort steht natürlich Schwarz auf Weiss, dass Ihr Spitzenmodell bei herstellerseitig angegebenen 3200 Linien mit dem hochwertigen Editionsobjektiv auf sagenhafte 3120 Linien nomineller Auflösung kommt. Glauben Sie dies hätte jemand nachgezählt ? Ich fürchte, dass es sich hier eher um eine rechnerische Annäherung eines Testverfahrens handelt, die mit der gedanklichen Vorstellung der 'Linien' nur wenig zu tun hat. Für mich glaubwürdigere Quellen gestehen tiefpassgefilterten Systemen eine nominelle Auflösung in Höhe von etwa Zweidrittel der tatsächlich genutzten Sensorpixel.
Ein Gegenmittel zum Weichspülen ist das Weglassen des Tiefpasses, dafür muss der Hersteller die Moirés dann relativ aufwendig per Software eliminieren. Ein Schritt, den sich manche Anbieter (noch) regelrecht vergolden lassen, der aber zu einer sichtbaren Steigerung der Auflösung führt.
Fairerweise muss ich aber auch zugeben, dass der Bayer-Sensor auch ein paar Vorteile besitzt. So ist er relativ preisgünstig in der Fertigung und besitzt eine hohe Dynamik und Lichtempfindlichkeit, wie sie mit Film oder dem Foveon-Sensor der Sigma-Kameras prinzipbedingt wohl nie erreicht werden können. (
Fortsetzung folgt ...)
Der Bayer Sensor is'n Sch ...
Teil 1
Die erste Spiegelreflexkamera kaufte ich zu Beginn der 90er Jahre nach dem plötzlichen Ableben meiner geliebten Yashica MF-1 spontan in einem Fotogeschäft in Prag. Eine russische Zenith, vollständig in Schwarz und dazu ein Blitzgerät eines Herstellers, dessen Name mir Zeit meines weiteren Lebens unbekannt da unaussprechbar blieb!

(Picture by Levi Szekeres under Public Domain from Wikymedia Commons)
Natürlich habe ich mir sofort Gedanken über einen angemessenen Ersatz aus japanischer Produktion gemacht, doch die Zenith liess mich weder bei Wind noch Frost im Stich und erfüllte meine qualitativen Anforderungen für die damals im Print noch anzutreffenden Schwarzweiss-Formate, sowie gelegentliche private Dia-Abende. Mitte der 90er löste sich der gelegentliche Bedarf zum Broterwerb auf und die „hoffnungslos veraltete Technik“ in den Augen der Wissenden verschwand im Schrank und blieb dort, bis ich mir vor ein paar Jahren einen Filmscanner zum Archivieren meiner Vergangenheit leistete.
Fotografiert habe ich zwischenzeitlich natürlich weiter. Digital und rein zum Spass und Vergnügen das übliche „Zeugs“ - Familienfotos, Urlaubserinnerungen und ab und zu mal was für’s Geschäft. Ein besonderes Verlangen nach teurer Technik hat sich dabei nie ergeben. Klar doch, hinsichtlich technologischer Entwicklung kundig gemacht und das ein oder andere Männerspielzeug angesehen musste schon mal sein. Aber eine die insgeheim stetig wachsende Erwartungshaltung an die optische Qualität befriedigende Lösung zu akzeptierbaren Kosten war nicht dabei. Und eine Mittelformat oder Plattenkamera wollte ich nur so zum Spass auch nicht mit mir herumschleifen. Es kamen und gingen diverse Kompakt- und DSLR-Apparate, und letztendlich landete ich mangels Alternativen für die inzwischen neu erwachende Lust an der Fotografie wieder bei der klassischen, analogen Spiegelreflexkamera! Die Zenith wurde nebst Objektiven durch ein höherwertiges japanisches Modell ersetzt, und wahrscheinlich würde ich diese auch aktuell verwenden, wäre ich nicht durch Zufall auf ein paar Originalaufnahmen einer Sigma DP aus der ‚Merrill‘-Reihe gestossen.
Überrascht von der Konturenschärfe und Natürlichkeit der Farben habe ich mir erlaubt, eines der Bilder in voller Auflösung durch ein Fachlabor drucken zu lassen. Und damit beginnt die eigentliche Story, weil mit diesem Ergebnis in der Hand musste ich mir die Frage stellen, ob sich nicht in den letzten 15 Jahren durch Marketinggeschrei und Selbsttäuschung der Konsumenten eine Technologie etablieren konnte, deren Ergebnisse bei näherer Betrachtung reichlich unzulänglich sind und die einen deutlichen Rückschritt gegenüber der Analogtechnik der 90er Jahre darstellt: Der Bayer-Sensor ! (
Fortsetzung folgt ...)
"Welches Schweinderl hätten's denn gern ?"
Jeder Mensch sollte Interessen haben, die Ihn bei Bedarf vom grauen Alltag ablenken und immer wieder auf's neue motivieren. Ich bin jedoch nicht den Weg des „Beruf zum Broterwerb“ sondern „Beruf als Berufung“ gegangen, und habe habe dabei mehrere Sachen ausprobiert, bis ich an einer Stelle angelangt bin, wo ich bei erträglichem Aufwand meine finanziellen und mentalen Bedürfnisse befriedigen kann. Langweile und Demotivation kommen bei meiner Tätigkeit daher kaum mehr und wenn doch dann nur kurz auf. Daher hält sich mein Bedarf an „Hobbys“ im klassischen Sinn auch in Grenzen.
Aber auf dem Weg zu meiner endgültigen ‚Berufung‘ bin ich an zwei Themengebieten vorbeigekommen, über die ich an dieser Stelle weiter berichten möchte - der Reproduktion von Musik und Tönen, sowie der Reportage mit Bild und Text. Dass ich mit der letzteren sogar einmal ein paar kärgliche Brötchen verdient habe - dass sei nur nebenher erwähnt.
(Zum Original)
Wie Bitte ? 15 Jahre kein Eintrag ? Jawoll ! ...
Bin ich ein Wutbürger ? Hmm. Wenn Sie die Idioten fragen die diesen Begriff geprägt haben oder immer wieder rezitieren, mit Sicherheit. Ich selbst halte mich nur für einen kritischen Mitbürger, der unter einem gewissen Grad der Anonymität formuliert, was sich die, deren eigentliche Aufgabe es wäre, aus falsch verstandener 'political correctness' und echter oder vermeintlicher Abhängigkeit schon lange nicht mehr trauen. Es könnte ja mal sein dass ein Werbekunde ob seiner beklagenswerten Aktivitäten brüskiert wird. Zum Glück verdiene ich meine Brötchen nicht (mehr ?) mit öffentlicher Schreibarbeit. Trotzdem tut meine Identität oder beruflicher Werdegang hier nichts oder nur wenig zur Sache. Und deshalb sehe ich auch keinen Bedarf hier meine Identität zur Schau zur stellen. Dafür gibt's andere Medien. Guck's Du Fratzebuch !
