Der Bayer Sensor is'n Sch ...
Teil 1

Die erste Spiegelreflexkamera kaufte ich zu Beginn der 90er Jahre nach dem plötzlichen Ableben meiner geliebten Yashica MF-1 spontan in einem Fotogeschäft in Prag. Eine russische Zenith, vollständig in Schwarz und dazu ein Blitzgerät eines Herstellers, dessen Name mir Zeit meines weiteren Lebens unbekannt da unaussprechbar blieb!

Zenith Camera
(Picture by Levi Szekeres under Public Domain from Wikymedia Commons)

Natürlich habe ich mir sofort Gedanken über einen angemessenen Ersatz aus japanischer Produktion gemacht, doch die Zenith liess mich weder bei Wind noch Frost im Stich und erfüllte meine qualitativen Anforderungen für die damals im Print noch anzutreffenden Schwarzweiss-Formate, sowie gelegentliche private Dia-Abende. Mitte der 90er löste sich der gelegentliche Bedarf zum Broterwerb auf und die „hoffnungslos veraltete Technik“ in den Augen der Wissenden verschwand im Schrank und blieb dort, bis ich mir vor ein paar Jahren einen Filmscanner zum Archivieren meiner Vergangenheit leistete.

Fotografiert habe ich zwischenzeitlich natürlich weiter. Digital und rein zum Spass und Vergnügen das übliche „Zeugs“ - Familienfotos, Urlaubserinnerungen und ab und zu mal was für’s Geschäft. Ein besonderes Verlangen nach teurer Technik hat sich dabei nie ergeben. Klar doch, hinsichtlich technologischer Entwicklung kundig gemacht und das ein oder andere Männerspielzeug angesehen musste schon mal sein. Aber eine die insgeheim stetig wachsende Erwartungshaltung an die optische Qualität befriedigende Lösung zu akzeptierbaren Kosten war nicht dabei. Und eine Mittelformat oder Plattenkamera wollte ich nur so zum Spass auch nicht mit mir herumschleifen. Es kamen und gingen diverse Kompakt- und DSLR-Apparate, und letztendlich landete ich mangels Alternativen für die inzwischen neu erwachende Lust an der Fotografie wieder bei der klassischen, analogen Spiegelreflexkamera! Die Zenith wurde nebst Objektiven durch ein höherwertiges japanisches Modell ersetzt, und wahrscheinlich würde ich diese auch aktuell verwenden, wäre ich nicht durch Zufall auf ein paar Originalaufnahmen einer Sigma DP aus der ‚Merrill‘-Reihe gestossen.

Überrascht von der Konturenschärfe und Natürlichkeit der Farben habe ich mir erlaubt, eines der Bilder in voller Auflösung durch ein Fachlabor drucken zu lassen. Und damit beginnt die eigentliche Story, weil mit diesem Ergebnis in der Hand musste ich mir die Frage stellen, ob sich nicht in den letzten 15 Jahren durch Marketinggeschrei und Selbsttäuschung der Konsumenten eine Technologie etablieren konnte, deren Ergebnisse bei näherer Betrachtung reichlich unzulänglich sind und die einen deutlichen Rückschritt gegenüber der Analogtechnik der 90er Jahre darstellt: Der Bayer-Sensor ! (Fortsetzung folgt ...)