Ich mag keine Schönredner. Und damit gehen mir schätzungsweise 90% meiner Mitbürger gewaltig auf den Senkel. Schönredner sind keine Gutmenschen. Den Unterschied zwischen beiden Spezies ziehe ich hinsichtlich der für sich positiven Eigenschaft der Gutmenschen WIRKLICH Gutes zu wollen. Und das sind maximal 5 der benannten 90%. Der Rest bescheisst in wechselnder Häufigkeit sich selbst (Autosuggestion) oder andere (Politiker, Journalisten, Hoteliers, Händler, Bankiers, Sonstige) so wie sie's gerade brauchen.
Rein logisch betrachtet verhalten sich Schönredner situationsbedingt wie Idioten. Entweder schreiben sie berechtigten Protest gegen gesellschaftliche und politische Auswüchse vermeintlichen 'Wutbürgern' zu, oder sie negieren diesen in Ihrer Rolle als ehemaliges Vorbild in Gänze („Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen. ...“ Externer
Link). Da werden die miesesten Absteigen zum 'Wohlfühlhotel' stilisiert, und eine chinesische Bananenkiste zur umjubelten Klangikone. Alternativ wird der Arbeitskräftemangel beschwört, obwohl sich die Löhne hierzulande schon seit Jahren kaum mehr bewegen. Oder die hohe Qualität von günstigem Fleisch und anderen Lebensmitteln in den hiesigen Discountmärkten gelobt.
Selbstbetrug ist in Hinsicht auf kleinere Konsumentscheidungen meist nichts wirklich Schlimmes. Wenn aber dadurch für die Allgemeinheit negative Entwicklungen durch eine vermeintlich freie und unabhängige Presse und Persönlichkeiten in herausgehobener Position 'schöngeredet' und die sich dagegen wehrenden Protagonisten von einer den Berufsethos verlierenden Journaille als „Wutbürger“ verunglimpft werden, dann bekomme ich richtig heftige Bauchschmerzen (das Frühstück im letzten 'Dreckshotel' blieb mir zum Glück erspart!).
Für mich stellt sich die Situation immer häufiger so dar, dass wir im Rahmen der Globalisierung weniger ehemals wichtig erachtete Werte in der vermeintlich unterentwickelten Welt verteidigen, sondern vielmehr staatskonformes Verhalten aus diktatorischen regierten Regionen in unsere Gesellschaft übernehmen. Und dafür Danke ich auch Frau Merkel, Herrn Gabriel, den Herren Schröder und Fischer, Herrn Kohl und allen Anderen, die diese [Werte – für den Fall dass Ihnen in Ihrer geschäftigen Eile der Zusammenhang entglitten ist] in den letzten Jahren zwar immer wieder beworben, aber nur selten wirklich nachdrücklich im Ausland vertreten haben.